01.04. Durch die Rheinebene I

Das Wetter wird besser. Am Morgen scheint die Sonne! Allerdings bei zwei Grad. Und so verlasse ich Obereggenen dick eingepackt und doch ist mir bald schon zu warm. Es gibt hier keinen einzigen flachen Abschnitt und so sammele ich auf den ersten 18 km bereits 400 Höhenmeter. Gibt es hier im Schwarzwald keine Täler, durch die man mal sanft hoch oder runter fahren kann?

Erst mal den Berg hoch

Bis Staufen geht das so weiter, zwischendurch musste ich sogar einmal schieben – erst das zweite Mal überhaupt auf meiner Reise durch Deutschland.

Das Rauf-und-Runter endet in Staufen, einem netten kleinen Städtchen am Fuße des Schwarzwalds. Mit Altstadt, Burgruine und so.

Ab Basel bildet der Rhein bis kurz vor Karlsruhe auf einer Strecke von etwa 170 km die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, verläuft allerdings – meist noch ergänzt durch einen Rheinseitenkanal sehr geradeaus durch die Rheinebene zwischen Schwarzwald und Vogesen. Und das ist der Grund, warum ich hier etwas Zickzack fahre, es wäre sonst zu langweilig.

Nett, aber schnell langweilig.

Ich überquere den Rhein zwischen Breisach und Neuf-Brisach. Breisach tut nicht weh, da kann man mal ein Stündchen verbringen – herausfordernder Kopfsteinpflasteranstieg zum Münster – und den Rest des Tages nach Neuf-Brisach weiterreisen. Neuf-Brisach ist ein Ort, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Idealtyp einer Festungsstadt angelegt wurde und bis heute so erhalten ist. Der Festungsgraben ist komplett als Grünfläche angelegt und mit Kunstinstallationen versehen.

In einem Teil der Festungsanlage ist ein Graffiti-Museum untergebracht. Das kann ich definitiv empfehlen (weiß ich von einem anderen Urlaub in der Nähe).

Auf dem Weg von Neuf-Brisach nach Colmar komme ich noch an einem interessanten Objekt vorbei, ich glaube das ist die Bio-Variante der bei uns sehr beliebten Gabbionenwand (hier aber viel höher).

Puh – endlich muss man ihn nicht mehr essen

Ich beende die heutige Tour in Colmar. Colmar hat eine sehr große Altstadt, die aussieht, als hätte sie jemand erfunden, aber es ist wohl alles echt. Da kann man gerne mal hinfahren, den ganzen Tag leckere Sachen essen – ich habe mir direkt mal einen Flammkuchen mit Munsterkäse gegönnt – und zwischendurch zur Verdauung mal staunend durch die Gässchen laufen.

Fast hätte ich vergessen, übers Wetter zu schimpfen. Kein Tropfen Regen, mehr Sonne als Wolken (knapp), 2-8 Grad, ab Mittag der übliche Gegenwind. (Morgen fahre ich in die andere Richtung, bin mal gespannt.)

74 km – 510 hm

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