Falls Cuxhaven gestern etwas schlecht weggekommen ist, möchte ich das heute noch mal in besseres Licht rücken. Zumindest am Wasser macht Cuxhaven einen sehr entspannten Eindruck, weder zu viel Großindustrie noch zuviel Schickimicki. Kann man wohl doch mal ein paar Tage abhängen.

Von Cuxhaven folgte ich der Elbe aufwärts bis Otterndorf, immer am Deich entlang. Hervorragend funktioniert hier die Umsetzung moderner Verkehrskonzepte, im Bild ein Zweirichtungsradweg mit flexibler Nutzung.

Obwohl noch nicht im alten Land, wird auch hier schon viel Obstanbau betrieben und wie man sieht, auch mit einigem Erfolg.

Gegen Mittag habe ich die Elbfähre erreicht und bin von der niedersächsischen zur schleswig holsteinischen Elbseite gewechselt. Um nicht wieder in die Abendfalle zu laufen, habe ich dort gleich zugeschlagen – lecker.

Auf der anderen Seite der Elbe ging’s dann wieder elbabwärts und auch hier im wesentlichen ohne andere Menschen. Was machen die denn den ganzen Tag dort?
Geschichtsträchtig wurde es auch noch (Jürgen, nur sehr neue Geschichte.) Die AKW-Dichte an der Elbe ist enorm hoch (Brunsbüttel, Brokdorf, Stade, Krümel) und am AKW Brokdorf wurde auch unsere Demokratie verteidigt, mehr jedenfalls als am Hindukusch. Jetzt sind sie alle stillgelegt, ob und wann und wie zurückgekauft werden kann, bleibt abzuwarten. Zum Gedenken an Demonstrationsverbote und den Hamburger Kessel hier ein Foto aus Brokdorf.

Kurz vor Brunsbüttel (auch eine Kandidatin für die schäbigste Stadt) bin ich dann ins Landesinnere abgebogen, um noch ein paar Kilometer am Nord-Ostseekanal entlang zu radeln, angeblich nach Auskunft des Betreibers die meistbefahrene Wasserstraße der Welt, aber ein paar statistische Nachforschungen lassen diese Aussage doch arg zweifelhaft erscheinen. Imposant ist er doch. Da er auch für Hochseeschiffe gebaut wurde, haben alle Brücken immense Ausmaße und damit er auch fürs Nahvolk passierbar bleibt, gibt es alle paar Kilometer kostenlose Pendelfähren.

Übernachten werde ich heute in Burg (Dithmarschen). Hier ist mal überhaupt nichts los, aber das ist super. Ansonsten habe ich Abends immer noch das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen, und hier kann man einfach nur ausruhen.


Udo, ich habe heute, bevor ich Deinen Reisebericht gelesen habe, den Auftakt zu einer neuen Krimiserie mit Ulrich Noethen gesehen. Darin ging es auch um die Verteidigung von Grundrechten im Wendland 1980. Sehr spannend, die Rezeption ist als kulturelle Unternehmung durchaus zu empfehlen…
LG Ado
Hallo Udo.
Grad habe ich deinen gestrigen Tourbericht gelesen , diese Gegend ist mir absolut unbekannt gewesen , ich denk dort ist auch zu Ferienzeiten nie viel vom Tourismus zu spüren , obwohl die Landschaft sehr reizvoll ist
Es ist schön , daß es solche Gebiete noch gibt , du kannst sie so wunderbar genießen
LiebeGrüße Renate
Diese Folge war ganz schön politisch, uiuiui. Das hatte ich nicht erwartet. Reiseschriftstellerei ist eher unpolitisch, hatte ich gedacht.
Hoffentlich findest du da zwischen den Wattwürmern heute eine Kneipe zum FC gucken, die auch noch bis zum Schlusspfiff auf hat!
Habe zu allem Überfluss auch noch das wahrscheinlich einzige B&B ohne Fernseher gefunden. Kann aber mit meinem RTL+-Probemonat auf dem Tablet gucken.