19.10. Bayerischer Wald

Ich starte heute meine Tour bei sehr diesigem Wetter. Nur der Senf kann da etwas Farbe ins Spiel bringen.

Viel freundlicher wird es den ganzen Tag nicht, aber von oben bleibt es trocken und die Temperaturen bleiben auch zweistellig. Was will man mehr auf dem Rad im Oktober?

Überhaupt ist der Vormittag heute ein Radtraum. Ich fahre viel über Waldwege oder über kleine geteerte Straßen durch Felder, komme hin und wieder durch eine kleine Ortschaft und habe das Gefühl, alleine unterwegs zu sein. Es ist Samstag Vormittag und da muss die Landbevölkerung (andere gibt es hier nicht) heimwerken. Es wird gepflastert, gesägt, gebaggert, gegärtnert. Und da auch das Wetter den Touris den Tag etwas vermiest, bleibt es auf der Straße ruhig.

Mein Tageshighlight ist dann die Strecke um die Eixendorftalsperre der Schwarzach. Absolut still und keine Menschenseele. Ein Traum. Der Weg endet (schade) dann an dieser schönen Brücke.

Ansonsten passiert – natürlich – nicht viel. Wenn man jeden Tag Rad fährt, kann man gucken und erfahren, aber ansonsten ist es recht ereignisarm, man fährt ja Rad um Rad zu fahren. Und ich muss auch zugeben, dass ich von fast allen Ortschaften, die ich passiere, noch nie den Namen gehört habe. Und obwohl es hier natürlich landschaftlich top ist, möchte ich hier nicht wohnen, denn:

Kulturell ist es hier so Öd und Lam, das man vor lauter Cham den Rötz, das Kötzting und das Gschiesl bekommt.

Etwas Farbe will sich aber auch der Oktober nicht nehmen lassen.

Dann erlebe ich doch noch was. Ein Motorradfahrer hatte sich in eine missliche Lage gebracht.

Die Kiste war Sau schwer und es bedurfte schon vier Leutchen sie wieder aus dem Graben raus zu holen. Man sollte keine Zweiräder fahren, die man nicht selbst hochheben kann (es könnte ja mal ein Bagger im Weg stehen).

Mittagspause mache ich in in Furth im Wald, der einzige Ort heute, dessen Namen ich schon kannte, weil ich hier schon mal als Kind in der Jugendherberge war. Ich konnte mich an nichts erinnern. Alles sah anders aus. Für eine Mittagspause kann man mal hinfahren.

Mein Ziel heute ist das Örtchen Arrach. Die Einheimischen sprechen es – mir fällt dabei immer unser Altnazi Hubert Oiwonger ein – Oorroch aus – mit einem lange gerollten rr.

78,5 km – 1030 hm

Ein Kommentar

  1. Die Brücke ist schön! Ein bisschen wie „die Brücken am Fluss“(sehr schön und traurig mit Clint Eastwood) und ganz nebenbei eine gute Tat – Respekt!
    schöne Bilder, schöner Text!

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