02.04. Durch die Rheinebene II

Die heutige Tour verläuft vom französischen Rand der Rheinebene wieder zurück zum deutschen, an den Fuß des Schwarzwalds. Dabei geht es relativ ereignisarm, aber keinesfalls langweilig zu.

Nachdem ich Colmar verlassen habe, fahre ich ein langes Stück am Rhein-Rhône-Kanal entlang. Wow, denkt man, der Kanal zwischen zwei so großen Flüssen muss ja ein dickes Ding sein, aber weit gefehlt. Da kann ja fast jeder holländische Entwässerungsgraben mithalten. Und wie in Holland lässt sich auch hier wunderbar Rad fahren.

Aktuell keine Schifffahrt auf dem Rhein-Rhône-Kanal

Ein Teil des Weges ist gesperrt, da aber die Absperrgitter etwas zur Seite geschoben sind, wage ich mich trotzdem durch, muss an einer Baustelle schieben, aber noch umdrehen. Wie ich später nachlese, dient die Baustelle der Wiederinbetriebnahme des Kanals für touristische Zwecke mit Hausbooten.

Nur für schmale Hausboote

In diesem Stück hier ist der Rhein selbst leider überhaupt nicht schön, da ist der Rhein selbst, der Rheinseitenkanal und häufig auch noch ein Industriebecken. Das ganze wird dann überquert auf einer viel befahrenen Landstraße, da bin ich froh, als ich auf der anderen Seite ankomme. Am dichtesten überholt werde ich nicht von einem der zahlreichen LKW, sondern von einer Trainingsgruppe Radfahrer, alle in UAE-Kleidung, aber sie sind zu schnell, als dass ich irgendwen erkennen kann.

Anschließend geht es ein paar Kilometer auf deutscher Seite am Rhein entlang, aber das ist wirklich immer noch – wie gestern schon – sehr langweilig.

Die einzige Abwechslung – ein Baum!

Sollte mal jemand von Euch auf die Idee kommen, den Rhein von der Quelle bis zur Mündung abzufahren, dann überlegt Euch hier eine Alternative.

Nach ein paar Kilometern biege ich ab in einen Wald, der früher wohl mal ein Auenwald war, aber jetzt dank des Deichs und der damit verbundenen Rheinbegradigung nur noch ein Wald ist. Hinter dem Wald geht es dann über Felder bis an den Schwarzwaldrand. Es stellt sich ein Gefühl von Vorgebirge ein. Hinter mir der Rhein, vor mir ein Mittelgebirge, dazwischen viel Fläche mit landwirtschaftlicher Nutzung. Sogar den erster blühenden Raps habe ich gesehen, zwar noch nicht flächig, aber einzelne Blüten.

Und was ist dem Wind? Wie ihr auf den Bildern seht, scheint heute durchgehend die Sonne, trotzdem bleibt es windig. Ich fahre nach Nordosten und auf den Abschnitten nach Osten habe ich Rückenwind und auf den Abschnitten nach Norden Gegenwind, da will ich mal versöhnlich sein, auch wenn der Nordanteil überwiegt.

Pause mache in in Lahr, wovon ich mir ein schönes Stadtbild versprochen habe, dann aber doch etwas enttäuscht bin. Die Altstadt versteckt sich und bietet dann den Flair der Fußgängerzone von Düren oder Oberhausen oder so. Es ist nicht alles Colmar.

Auf den letzten Kilometern habe ich dann wieder Blick auf den Schwarzwald. Dabei fällt mir auf, dass er stellenweise recht braun aussieht. Ich fürchte, das sind nicht alles kahle Laubbäume.

Kranker Wald?

Ich beende die Tour im Nichts. Also einem Ort – hier Hohberg – mit einem Durchgangshotel nebst angeschlossener Gastro und sonst nichts. Was zur Entspannung auch schön ist.

75 km – 230 hm

Ein Kommentar

  1. Das Bild erinnert in der Tat stark an den Borkenkäfer-gebeutelten Harz. Auf dem Brocken war vor ein paar Jahren auch schon absehbar, dass die letzte Fichte in Deutschland bald tot sein wird. Lang lebe die Esskastanie.

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