03.04. Durch die Rheinebene III

Heute ist Karfreitag, also einer der stillen Feiertage. Und in der Tat ist er sehr still. In der ersten Stunde begegnet mir außer ein paar Hundegassigängern niemand. Ansonsten schlafen die Dörfer noch. Heute ist wohl nichts mit Schaffe im Ländle.

Nichts und niemand

Zu der Liste der Orte, in denen man nicht wohnen möchte, gesellt sich noch ein weiterer. Vielleicht doch lieber nach Mumpf ziehen?

Der Rhein bleibt hier Teil meiner Reise, sorgt aber nicht für Abwechslung. Dort, wo Autobrücken und damit Grenzübergänge sind, dominieren Industriewerke oder Tankstellen und dazwischen könnte man daran entlangradeln, wenn man möchte. Das sieht aber so aus gestern und vorgestern.

Ich versuche, knapp neben dem Rhein durch Auenwälder zu fahren. Das ist deutlich schöner. Und man findet Kulinarisches. Bärlauch hat jetzt Saison, sowohl im Wald als auch auf den Speisekarten. Kurz vor Straßburg stoße ich wieder auf den ehemaligen Rhein-Rhône-Kanal.

Nach Straßburg als Grenzstadt muss einfach fahren. Straßburg hat eine schöne Altstadt mit großem Münster, zwar nicht ganz so bilderbuchmäßig wie Colmar, dafür aber sonst mehr großstädtisches Flair. Kann man auch mal zum Übernachten hinfahren.

Vorbildlich ist auch die Ausstattung mit gut nutzbaren Radwegen. Hier ein Beispiel für eine Brücke der Stadtbahn mir Radwegbegleitung.

Leider reichen die Wohngebiete nicht ganz bis an den Rhein ran, sondern nur große Gewerbegebiete. Trotzdem gibt es auch hier ein schönes Zeichen der europäischen Annäherung. Im Jahr 2004 fand eine gemeinsame Landesgartenschau in Straßburg und Kehl statt, zu deren Zweck eine Fußgänger- und Radfahrbrücke gebaut wurde, die Passarelle de Deux Rives.

Nachdem ich Straßburg und Kehl verlassen habe, toure ich noch durch Felder, Wälder und Dörfer und genieße das schöne Wetter und dass der bis gestern wehende Nordwind verschwunden ist.

Wo viel Wasser ist, droht Ungemach und um das zu verhindern, werden Sperrwerke gebaut. Für zwei davon fahre ich einen kleinen Umweg. Eins davon stellt sich dann als mickrig heraus.

Meine Tour heute endet in Iffezheim direkt neben der Pferderennbahn. Hier wird unter anderem der große Preis von Baden ausgetragen. Man kann den Schweiß von Acatenango noch erahnen und bestimmt ertönt gleich noch die Stimme von Addi Furler.

85,3 km – 200 hm

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