Weil ich heute nicht so‘n dickes Programm hatte, konnte ich etwas länger schlafen als an den letzten Tagen und bin gut ausgeruht gegen neun in Nordhackstedt aufgebrochen mit erstem Zwischenziel Flensburg.
Dabei habe ich gelernt, dass Weiche ein Stadtteil von Flensburg ist, Handewitt aber eine selbstständige Gemeinde. Dieses nutzlose Poserwissen wollte ich dann schlau mal dem Lars entgegen schleudern, musste jedoch nach einer kurzen Recherche feststellen, dass es den Handballverein SG Weiche-Handewitt schon lange nicht mehr gibt und jetzt schnöde als SG Flensburg weiterspielt. Schade.
Flensburg hingegen hat mehr zu bieten als nur Handball, es ist nämlich – und da unterscheidet es sich deutlich vom großen Konkurrenten THW Kiel – auch noch eine schöne Stadt. Aber Achtung, liebe Radfahrer, ganz schön hügelig. In einer Straße hängen Schuhe über mehrere Leinen quer über der Fahrbahn, einen Sinn scheint das nicht zu haben, mehr ist es ein sich selbst tragender Gag.

Da die Ostseeküste durch die Förden stark ausgefranst ist, verzichte ich aus zeitökonomischen Gesichtspunkten darauf, jede dazwischenliegende Landzunge auszufahren. So bin ich von Flensburg aus durchs Landesinnere nach Eckernförde geradelt. Und da war ich doch arg verwundert – geprägt durch die Nordseeseite Schleswig Holsteins – wie hügelig doch hier die Landschaft ist.
Von einer netten Sache möchte ich noch berichten, die mir hier in Schleswig Holstein schon mehrfach aufgefallen ist – nämlich der Mitfahrbank. Das ganze Land ist dünn besiedelt und das macht sich auch im Angebot des ÖPNV bemerkt. Deshalb gibt es immer mal wieder Haltestellen mit einer Mitfahrbank. Das sind Schilder, die man ausfahren kann und dann wartet man, ob einer einen mitnimmt. Gute Sache, das.

Und noch eine kuriose Geschichte aus der Welt des ÖPNVs. Wie so viele Brücken in Deutschland muss auch die Schlei-Brücke bei Lindaunis erneuert werden. Über diese Brücke führt nicht nur eine Straße, sondern auch eine Bahnlinie, und zwar die Verbindung von Eckernförde nach Flensburg. Da die Brücke marode ist, ist sie für den Auto- und Bahnverkehr gesperrt, nur Fußgänger und Radfahrer dürfen noch rüber.
Die nächstgelegene Brücke über die Schlei gibt es in Kappeln, etwa 13 km entfernt und statt des notwendigen Schienenersatzverkehrs hat sich die Bahn hier zu einer sehr pragmatischen Lösung entschieden. Es wurde eine Haltestelle an jedem Ende der Brücke eingerichtet und die Entfernung dazwischen überbrücken die Bahnreisenden jetzt als Fußgänger.

Manchmal ist die Brücke aber auch hochgeklappt – so wie heute – wenn Segelschiffe vorbei müssen, einmal in der Stunde ist das und dauert etwa 15 Minuten. Hoffentlich ist dann nicht der Zug weg.
Das Ende meines heutigen Abschnitts liegt in Eckernförde, das zwar auch an einer Förde liegt, aber hier stellt sich das Gefühl von Meer (na ja, die Ostsee) schon ein. Auch das ist ein putziges Städtchen.

Und das ist der Blick von meinem Hotelfenster auf die Ostsee – hier bei Regen, der aber erst deutlich nach Ankunft einsetzte.

Morgen geht es auf den letzten Abschnitt der zweiten Etappe.







N’abend, Udo,
das war wieder eine nette Sammlung von Eindrücken und Fundstücken auf Deiner Reise…
weiterhin viel Vergnügen
LG Ado
Diese Ecke von Schleswig -Holstein ist sehr sehenwert , sowohl Flensburg als auch Eckernförde mit der dazwischen liegenden
Landschaft , entschädigt dich sicher für …. NICHTS…
Ich durfte als 15jährige in Eckernförde Urlaub machen , der war unvergessen schön , der Hafen schaut noch aus wie damals ..
Viel Spaß bei den nächsten Etappen
LG Renate