17.07. Links und rechts vom Inn

Entspannt ist es heute morgen in Passau losgegangen. Gestern bereits hatte uns die Bahn gemütlich, aber nicht ganz den zeitlichen Vorhersagen folgend nach Passau gebracht. Weil die Strecke heute nicht allzu lang sein wird, drehen wir noch ein kleines Ründchen durch die Stadt.

Blick über den Inn: Dom und Veste Oberhaus

Wirklich schön hier, aber kleiner Tipp: besser nicht im Sommer hinfahren, man kann nirgends hingehen ohne eine Führung vor der Nase zu haben.

Wir verlassen Passau auf dem Innradweg zunächst auf der österreichischen Seite und wechseln mehrfach die Seite, das erste Mal bei Wernstein über den sehr hübschen Mariensteg.

Anschließend geht es auf der deutschen Seite weiter durch die Vornbacher Enge. Von einem gemütlichen Flussradweg kann hier keine Rede sein, es geht über steinige Wege hoch und runter, für Familien nicht zu empfehlen, für Mountainbiker mit und ohne Motor Pflicht.

Ach ja, was macht eigentlich das Wetter? Es macht natürlich was es will und wir machen auch was es will, Jacke an, Jacke aus, Jacke wieder an, Jacke wieder aus und zwischendurch auch mal hektisch einen Unterschlupf suchen.

Dann geht es wieder zurück nach Österreich. Ich bin kein geübter Österreich-Urlauber (ich war mit sechs zuletzt mal da), aber ich glaube, es gibt ein auf-dem-Marktplatz-müssen-alle-Häuser-bunt-sein-Gesetz. So sieht dass dann aus:

Marktplatz Schärding
Marktplatz Obernberg
Marktplatz Braunau

Leider verschengelieren überall Autos die schönen Plätze. Alle sind maximal mit den Dingern zugestellt. Schärding wird auch in Passau als Ausflugstipp erwähnt und ist vom Stadtbild ganz nett, aber wie gesagt. Vielleicht sind die Ösis ja alle schlecht zu Fuß.

Nachdem es in der ersten Hälfte der Tour einige Höhenmeter zu überwinden gibt, bleibt es in der zweiten Hälfte flach und auch trocken.

Der Inn ist ein richtiger Fluss, nur ohne Schiffe. Sehr breit, mit einigen Kraftwerks-Staustufen, dazwischen aber relativ langsam dahin plätschernd und hier und da ein Vogelschutzgebiet.

Nur ein Nebenarm

Unser Ziel heute ist Braunau am Inn. Wie wird hier mit der Geschichte umgegangen? Die Stadt selbst hält sich sehr zurück. Die einzige öffentliche Aussage ist ein Gedenkstein vor dem Geburtshaus Hitlers.

Das Haus selbst ist eingerüstet und wird nach langer Diskussion umgebaut. Hitler hat die Ehrenbürgerwürde erst im Jahr 2011 entzogen bekommen, bei letzten Nationalratswahl war die FPÖ mit deutlichem Vorsprung und fast 40% stärkste Partei. Klingt alles nicht so toll.

Die Tour heute war anstrengender als erwartet aber bei allem Gemecker hier über schlechte Oberflächen, Gegenwind, Regen, Steigungen und so ist es am Ende des Tages immer super.

70,5 km – 470 hm

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