Das mit dem Arsch der Welt, das ist ja nicht in jeder Hinsicht negativ gemeint. Ich finde die Gegend hier zum Radfahren schön und wahrscheinlich, das habe ich nicht ausprobiert, taugt sie auch gut zum Wandern. Nur leben möchte ich hier nicht. Man muss schon gerne und auch weit Auto fahren, ohne wird das hier schwierig. Aber das gilt ja für viele Landstriche in Deutschland – und auch anderswo.
Heute geht es im Wesentlichen nur ums Radfahren, die geplante Strecke ist relativ lang und die Besiedelung dünn. Und so geht es weiter wie gestern, immer in der Nähe eines kleinen Flüsschen auf herbstlich geprägten, sehr gut ausgebauten Radwegen.

Das Dahner Felsenland hätte auch pfälzische Schweiz heißen können, es erinnert etwas an die sächsische. Aber wandern fällt heute aus und daher gibt es nur, was man vom Radweg aus sieht. Und das auch noch bei trübem, aber trockenem Wetter.



Andere Radreisende oder Wanderer begegnen mir den ganzen Tag lang nicht. Zu kalt, zu nass oder die sind jetzt im Herbst an der Ahr oder in anderen Weingebieten unterwegs.
In Dellfeld ist wie in Bundenthal Kirmes, heißt hier aber nicht Kerwe, sondern Kerb. Die sprachlichen Unterschiede gehen alle auf das Wort Kirchweih zurück, es handelt sich hier, wie auch bei uns im Rheinland, um religiös verordneten Alkoholkonsum. In Dellfeld steht heute Frühschoppen auf dem Programm und das schöne ist, dass der Frühschoppen auf dem Gemeindeplatz direkt neben der Grundschule – hier sind aktuell keine Ferien – stattfindet. Die dort befindlichen, ausschließlich Männer machen mir nicht den Eindruck, als würden sie nur darauf warten, dass sie ihre Kinder von der Schule abholen können. Ein Foto habe ich mich nicht getraut wegen der kernigen Landbevölkerung und dem bereits konsumierten Alkohol. Daher hier nur die ortsübliche Schmückung.

Hier gibt es nicht nur Wald, sondern auch Viehhaltung und ein besonders modebewusstes Exemplar ist mir hier untergekommen.

Die beiden größeren Städte hier in der Südpfalz sind Pirmasens und Zweibrücken. Pirmasens lasse ich links liegen, durch Zweibrücken fahre ich durch. Macht einen auf mondän, dieses Zweibrücken, mit Schloss, schmucken Rathaus und Pferderennbahn. Und hat auch ein Outletcenter, wofür auch immer.


Hinter Zweibrücken endet Rheinland-Pfalz und ich fahre ins Saarland. Hier gibt es drei Sachen festzuhalten: Im Saarland scheint die Sonne, die bislang guten Radwege hören auf und das erste Ortsschild deckt schonungslos alles auf.

Und so radle ich die letzten Kilometer wieder überwiegend durch die Natur, die hier Bliesgauer Biospärenreservat heißt, nur nicht mehr auf so schönen Wegen. Auch Saarbrücken macht radtechnisch nichts besonderes her. Von Saarbrücken vielleicht Morgen noch was.


