24.10. Durch die Eifel III

Ganz zu Ende war es gestern natürlich noch nicht. Wie soll man denn in Monschau irgendwas aufhören? Die letzte Tour der Etappe führt noch nach Aachen.

Nachdem es gestern den ganzen Nachmittag nicht mehr aufgehört hat zu regnen, ist es heute Morgen freundlicher und bis auf etwas Wind ist gutes Wetter angesagt. Ich möchte noch einen Abstecher ins Venn machen. Dass Monschau so malerisch im Tal liegt, hat einen kleinen Haken, mit dem Rad – sonst natürlich auch – muss man erst mal tüchtig hoch, wenn man wieder weg will. Ich folgen dem Laufenbach hoch nach Mützenich ins Brackvenn.

Laufenbach

Im Venn ist noch nichts los, es sind schattige drei Grad. Von der Trockenheit, die zum großen Brand geführt hat, ist hier zumindest nichts mehr zu sehen. Schaurig schön, das Venn.

Wer es sehr bequem mag, der kann entlang der belgisch-deutschen Grenze die zum Radweg umgebaute Vennbahntrasse von Troisvierges in Luxemburg bis Aachen nutzen. Einen Teil davon, von Konzen bis Raeren in Belgien, fahre ich heute auch. Interessanter Fakt: Die Trasse selbst gehört zum belgischen Staatsgebiet, auch dort, wo sie eigentlich komplett durch Deutschland verläuft. Ein paar Stadtteile von Monschau und Roetgen werden dazu theoretisch zu Exklaven, in der Praxis ist davon aber nichts zu bemerken.

Super ausgebauter und gepflegter Vennbahnweg

Den umgekehrten Fall gibt es hier auch. Die Bundesstraße B258 führt auf einer Länge von drei Kilometern durch belgisches Staatsgebiet, gehört aber zu Deutschland. Wie schön, dass wir in Europa leben.

Durch den deutschsprachigen Teil Belgiens fahre ich in den Aachener Wald und noch einmal hoch zum Dreiländereck Belgien – Niederlande – Deutschland. Der Punkt ist mit 322 Metern der höchste Punkte der Niederlande – Nomen est Omen. Dort ist es bei mittlerweile schönem Sonnenschein recht voll. Hier ein Foto vom Grenzstein, weniger Füße habe ich nicht hinbekommen.

In Aachen radle ich noch an den Stadhighlights vorbei. Der Dom ist, wie auch in Köln, eingerüstet. Die alten Dinger machen viel Arbeit.

Rathaus vom Katschhof aus

In Aachen ist jetzt bis zur nächsten Etappe Schluss. Ich nehme, schon wieder völlig problemlos, den Zug nach Köln.

Fazit. Ich hatte es vorher geahnt. Diese Mittelgebirge sind anstrengend. Über 4000 Höhenmeter merkt man in den Beinen. Der Wettergott war nicht auf meiner Seite. Außer an zwei Tagen musste ich immer die Regenkleidung anziehen und durchweg einstellige Temperaturen haben dafür gesorgt , dass ich zum ersten Mal bei einer Etappe nicht einmal in kurzer Hose gefahren bin. Da will ich aber nicht jammern, das gehört dazu.

Pfälzer Wald und Eifel sind sehr dünn besiedelt, da erlebt man überwiegend Landschaft und fährt Rad. Für einen hauptsächlich im dicht besiedelten Rheinland sozialisierten Menschen eine andere Erfahrung. Mal eben mit Rad oder Straßenbahn ins Kino oder Theater ist nicht.

Zum Abschluss meiner Reise an den Grenzen Deutschlands fehlt jetzt noch der Niederrhein. Bis zum nächsten Mal.

60,5 km – 530 hm

1 Kommentar

  1. Kann man nur kurz und knapp kommentieren: Tolle Leistung, kein Unfall, alles gut und gesund überstanden. Glückwunsch und dank für die immer interessanten Tourberichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert