01.07. Durch den Monsun

Wir verlassen Wismar nach Nordosten. Heute haben wir viele Kilometer und viel Regen vor uns. Es geht daher zunächst an Landstraßen entlang oder wir hügeln durch Felder auf guten und gar nicht guten Wegen durch Neubukow und Kröpelin bis nach Bad Doberan. Lange Zeit kann sich der Regen nicht so richtig entscheiden, aber dann ist Regenkleidung doch angesagt.

Am Wegesrand passiert nicht viel. Wir erhaschen einen kleinen Blick auf die Halbinsel Poel, aber im Grau-in-Grau ist das wenig einladend.

Feld – Ostsee – Poel

Hatte ich schon erwähnt, dass es doch immer stärker anfängt, zu regnen? In Bad Doberan machen wir Mittagspause und schauen noch kurz beim Münster vorbei, dass in einem ansehnlichen Park steht.

Dann geht es natürlich doch noch ans Meer und wir kommen nach Warnemünde. Und plötzlich wird mir auch sonnenklar (trotz Regen!), warum es mir in Meck-Pomm so leer erschien: die sind alle, aber auch wirklich alle in Warnemünde. Wer auf Rummel, Kirmes und Bausünden steht, der fahre hier gerne mal hin, ansonsten besser nicht.

Seit wir nach Mecklenburg Vorpommern gekommen sind, ertappe ich mich dabei, wie ich allen Menschen gegenüber erst einmal misstrauisch bin, ob sich nicht ein AFD Wähler oder schlimmeres dahinter verbirgt. Auf dem Weg von Warnemünde nach Rostock fahren wir durch Lichtenhagen und stehen vor einem Zeugnis eines dunklen Kapitels der jüngeren deutschen Geschichte. Das Sonnenblumenhaus macht zunächst einen freundlichen Eindruck, aber die Masse an Plattenbau hier wirkt nicht einladend.

Sonnenblumen sind auch im Regen freundlich
Heimat?

Über den Rest von Rostock möchte ich keine Worte verlieren. Aber wer sich über Rad fahren in Köln beschwert, der soll gerne mal hier hin. Was Nettes habe ich nicht gesehen.

Irgendwann dann haben wir sie bezwungen, den Regen, die großen Straßen und die Ampeln für Radfahrer, die nur grün werden, wenn man mindestens eine Phase vorher drückt. Hoffentlich ist morgen alles wieder trocken.

92 km – 502 hm

4 Kommentare

  1. Da können wir nur noch sagen: „durchhalten!“
    Aber nach dem heutigen Tag kanns ja nur nur noch besser werden.
    Liebe Grüße Regine und Horst

  2. „Ampeln für Radfahrer, die nur grün werden, wenn man mindestens eine Phase vorher drückt.“ – Mein Lieblingsthema! Zum Glück gibt es davon in Oberhausen nur eine mir bekannte Version, aber an der stehe ich leider auch 1-2mal pro Woche und denke über die 200m vorher positionierte LED Tafel nach, auf der steht, dass es von hier bis in die Innenstadt mit dem Auto 9 und mit dem Fahrrad 8 Minuten dauern soll.
    „AFD Wähler“ – MeckPomm ist nur das viert-erfolgreichste Bundesland für diese blau-braun-gefärbten Herrschaften, und auf Platz 6 folgt schon NRW. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass die MeckPomm Umfrage 2 Monate älter ist als die in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. (Im Nachlesen weiss ich gar nicht mehr genau, was an der Aussage das Traurigste ist). https://dawum.de/AfD/

  3. Hoffentlich habt Ihr für die kommenden Touren entspannteres und besseres Wetter!
    Das jedenfalls wünschen Euch die Nideggener

  4. Ich hoffe, du hast dich in Rostock nicht wieder aus gesellschaftlich-politischem Frust fast mit einem kahlköpfigen einheimischen angelegt, wie damals im Rahmen der FC-Rettung 1996.
    Es wäre interessant zu wissen, ob Martina dich dabei genau so im Stich gelassen hätte, wie wir es damals getan hätten.

    In Warnemünde waren wir seinerzeit auch. Kann mich aber an nichts erinnern, außer dass ‚Herrentag‘ war.

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