Nachdem gestern Nachmittag Busladungen am Aussichtspunkt zur Saarschleife abgeladen wurden, ist es heute morgen um neun ganz leer. Außer mir ist niemand da und auch die Saar selbst versucht sich zu verstecken. Der Blick ist trotzdem lohnenswert.

Dann habe ich aber genug von der Saar und fahre übern Hügel Richtung Mosel. Es ist frisch und trüb, ich bin mal wieder einzige Radler weit und breit. Die Landwirtschaft bringt etwas Farbe ins verhangene Wetter, neben Senf habe ich auch ein lilafarbenes Feld entdeckt, wahrscheinlich als Gründünger, aber was ist das? Die restlichen Felder werden gerade ordentlich gepflügt und gerecht.



Zur Mosel hin bestimmt der Wein die landwirtschaftliche Nutzung. Aber zunächst noch was, worauf ich schon sehr gespannt war, ich fahre nach Schengen. Das ist ein kleines Dorf hier direkt am Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Luxemburg und hatte damals Ende der Achtziger einfach Glück mit der Lage. Viel ist hier heute nicht los, aber als Europäer und Fan von offenen Grenzen freue ich mich einfach über die Idee und deren Umsetzung. Kleines Preisrätsel, das Bild ist auch nicht besonders gut. Wer sind denn die Herren, die da einen sehr geschichtsbedeutenden Vertrag unterzeichnen? Ich muss zugeben, ich kannte noch nicht einmal den deutschen Unterzeichner.

Ich überquere heute mehrfach die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland und bin sehr froh, dass mir Herr Dobrindt da nicht die gute Laune nimmt. Ich habe keinen Bundespolizisten gesehen.
Dann fahre ich 35 km an der Mosel entlang, links und rechts Weinberge, hin und wieder ein entsprechender Ort, die Wolken sind nicht mehr ganz so verhangen und die Radwege sind super. Ansonsten passiert nichts, ich fahre nur so mit dem Rad. Toll.

In Oberbillig nehme ich die Fähre nach Wasserbillig und biege halb links ab, die Mosel hingegen halb rechts. Die deutsch-luxemburgische Grenze verläuft jetzt an der Sauer entlang. Das Bild ist ein komplett anderes. Statt Weinbergen gibt es Wald, der Fluss ist viel kleiner und die Sonne hat den Kampf aufgegeben, es regnet. Eifel halt, aber schön.

Ich folge der Sauer auf luxemburgischer Seite bis Echternach. Das scheint ein schönes Städtchen zu sein, es gibt viele Cafés mit Außengastro, aber im Regen …

Also nur einen Kaffee und ein Teilchen und einmal mit dem Fahrrad an den Highlights vorbei und dann geht es auf der anderen Seite der Sauer wieder ein paar Kilometer zurück.



Meine heutige Tour endet in Minden, wo die Prüm in die Sauer mündet.

