22.10. Durch die Eifel I

Die Eifel ist katholisch. Die kleine Dorfkirche direkt gegenüber der Pension weckt mich morgens um sieben mit dem Angelusleuten. Ich wollte heute sowieso früh los.

Also starte ich und der Weg führt an der Prüm entlang. Die Prüm hat hier unten kurz vor der Mündung so einiges zu bieten, unter anderem die Irreler Wasserfälle und die darüber führende Hängebrücke.

Tolle Wandergegend hier, auch die Radwege sind super ausgebaut, aber eher sportlich. Es gibt immer mal 50 Höhenmeter hier mit 10% Steigung und dann da noch mal und noch mal usw.

Böse Zungen behaupten, in der tiefen Eifel würde noch in Höhlen gelebt, das stimmt aber nicht immer. Es gibt auch modernes Wohnen:

So wohnt die Eifel

In Holstum mündet die Enz in die Prüm und ihr ahnt es schon, ich wechsle schon wieder den Begleitfluss. Nicht zum letzten Mal.

Landwirtschaft gibt es hier auch und zuweilen sehen die Felder aus, als würden sie vorbereitet als Eisenbahndepot, aber der Zweck ist ein anderer. Hier wird – in diesem Jahr nicht mehr – Hopfen angebaut, Bitburg liegt um die Ecke.

Das Auf und Ab geht weiter bis Neuerburg. Neuerburg ist ein kleines Subzentrum mit Krankenhaus und sonstiger Infrastruktur und liegt etwas eingezwängt im Enztal. Das Highlight hier ist eine architektonische Meisterleistung, mit der ein historische Spähturm, dem der Verfall drohte, vor eben jenem gerettet wurde.

Neuerburg war Endstation der Bahnstrecke Pronsfeld – Neuerburg, die bis in Ende der 80iger noch befahren wurde. Jetzt führt da ein sehr schöner Trassenradweg her, der mit moderater Steigung etwa 150 Höhenmeter bis zur Arzfelder Höhe überwindet und durch ein paar Tunnel führt. Es ist schade, dass die Bahn da nicht mehr fährt, aber es ist schön, dass man mit dem Rad Strecke machen kann ohne diese elendigen steilen Rampen.

Bahntrasseneinstieg bei Neuerburg

Pronsfeld war im letzten Jahrhundert Knotenpunkt von vier Bahnstrecken, die mittlerweile alle stillgelegt sind, aber heute als Radwege benutzt werden. Könnte sein, dass hier im Sommer was los ist, heute bin ich bei acht Grad und mittlerweile auch Regen alleine unterwegs. Ich nehme die Bahntrasse nach St. Vith.

Bahnknoten Pronsdorf

Auf dem Weg durchquere ich noch den sehr schönen Bleialfer Tunnel.

Und dann, ich habe es ja schon erwähnt, folgen wir wieder einem Fluss, nämlich der Our, die später in die Sauer fließt, die später … Hier noch mal die erwähnten Flüsse auf einen Blick.

Die heutige Tour endet mit einem Abstecher nach Belgien. Von daher noch zwei belgische Dinge:

In Belgien gibt es das sehr gute RAVeL-Wegenetz von Radfernwegen. Wie man es auch machen kann, wenn ein Radweg eine Straße kreuzt, seht ihr hier.

Rote Signalfarbe warnt Autofahrer vor bösen Radfahrern

Die Belgierinnen und Belgier sind dafür bekannt, dem Essen einen hohen Stellenwert zu geben. Das kann man schon bei Asterix nachlesen. In St. Vith ist mir aufgefallen, wie viele Haushaltswarengeschäfte es hier gibt. Und was steht überall im Fenster? Natürlich ein Waffeleisen.

Sorry, liebes St. Vith, Ich habe sonst nichts gefunden, was ich fotografieren konnte und ich hatte keine Lust mehr auf den Regen.

86,4 km – 890 hm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert